Das Schlafprotokoll ist ein Diagnoseverfahren, um Schlafstörungen in Eigenregie zu erkennen, zu untersuchen und gegebenenfalls auch selbst anfänglich zu therapieren.
Schlafprotokoll
Ein immer wieder empfohlenes und erfolgreiches Arbeitsmittel bei Schlafproblemen ist das Schlafprotokoll. Ein Protokoll kann eigentlich nur jemand führen, der aufmerksam und wach einem Vorgang einem Prozess folgt.
Sie sind als Schläfer zwar die ganze Zeit irgendwie dabei, aber hoffentlich nicht wach. Komplette umfassende Schlafprotokolle werden deshalb nur im Schlaflabor gemacht.
Das eigenhändig geführte Schlafprotokoll, was hier gemeint ist, dokumentiert die eigenen Beobachtungen vor und nach der Schlafenszeit.
Die Eintragungen sollten auch nicht in der Nacht erfolgen.
Es sind reine Erinnerungsaufzeichnungen.
Ein einzelnes dieser Protokolle hat wenig Aussagekraft, man braucht schon eine längere Zeit zum vergleichen um etwas daran zu erkennen.
Wenn sie sich dazu entschliessen über längere Zeit so ein Protokoll zu führen ist es sinnvoll, wenn sie sich an bestimmte schlafhygienische Regeln halten:
1. Regelmäßige Schlafenszeiten.
2. 2-3 Std vor dem Schlafengehen keine üppigen Mahlzeiten, kein Leistungssport.
3. stark kontrollierter Alkohol-, Kaffee-, und Nikotingenuss.
4. keine Schlaftabletten. (wenn es nicht ohne geht im Protokoll vermerken.)
5. möglichts regelmäßige Malzeiten.
Wie gehe ich damit um?
Das Formular ist in 2 Abschnitte eingeteilt.
Teil A wird kurz vor dem Schlafengehen ausgefüllt. Hier befragen sie sich zum Tagesverlauf. Tag und Nachtgeschehen beeinflussen sich gegenseitig und deshalb ist es für die Beurteilung der Nacht auch wichtig etwas vom vorherigen Tag zu wissen.
Teil B wird gleich nach dem Aufwachen und anschließend nach dem Aufstehen ausgefüllt. Hier befragen sie sich über den Nachtverlauf und die Befindlichkeit am Morgen. Im Teil B soll das Ausfüllen zu 2 unterschiedlichen Zeiten erfolgen, weil die meisten Menschen etwas Zeit brauchen, um richtig wach zu werden, andererseits ist es aber auch wichtig die Befindlichkeit unmittelbar nach dem Aufwachen festzuhalten, auch wenn kurze Zeit später ein anderes Bild entsteht.
Genauigkeit
Jede Aufzeichnung hat ihren Wert durch die Sorgfalt des Aufzeichners. Bei diesem Protokoll sind die meisten Fragen Ermessensfragen, das heißt die Genauigkeit ist von der subjektiven Empfindungs-- und Erlebnisebene des Aufzeichners geprägt.
Es gibt hier also keine objektiv messbare Eindeutigkeit (ausgenommen Uhrzeiten).
Das ist kein Nachteil. Hier geht es ja besonders darum, wie jemand etwas empfindet und nicht ob es objektiv messbar ist. Man vergleicht sich nur mit sich selbst.
Deshalb sind die vorgegebenen Antworten auf einer emotionalen Ebene vor formuliert, aber trotzdem nicht ungenau, auch wenn ihre Empfindungen nicht punktgenau getroffen sind. Hier ist die Tendenz wichtig. Außerdem geht es hier um Gefühle und Empfindungen - im Labor geht es um Gehirnstromspannungen, Blutdruck, Temperatur usw.
Wie lange muss ich Protokoll führen ?
Eine Woche ist ein bisschen kurz und 3 Monate müssen es auch nicht sein.
Am besten sind 4 Wochen oder ein Mondzyklus. Da wir uns hier beobachtend in den Bereich der Lebensprozesse begeben ist es sinnvoll deren Rhythmen zu übernehmen.
Schon die nötige Disziplin, die sie aufbringen müssen, um die Aufzeichnungen lückenlos und gewissenhaft über einen längeren Zeitraum durchzuführen, hat einen schlaffördernden therapeutischen Wert, der nicht zu unterschätzen ist.
Was mache ich mit den Ergebnissen ?
Im Laufe der Aufzeichnungen haben sich ihre Schlafergebnisse erlebnismäsig vielleicht schon deutlich verbessert. Sie können die einzelnen Frageergebnisse jetzt linear in der Zeit vergleichen, um Tendenzen zu bemerken. Auch kan man Abhängigkeiten forschen zwichen Tages und Nachtgeschehen. Zum Beispiel ob Besonderheiten am Tag Einfluss auf den Schlaf haben und welchen. Gehen Sie auf "Entdeckungsreise" zu sich selbst.
Wenn Sich Ihr Schlaf nun überhaupt nicht verbessert hat, oder sogar schlechter geworden ist, so sollten Sie sich auf jeden Fall in erfahrene schlafärztliche oder therapeutische Behandlung begeben, denn dann liegen Probleme vor, die nicht mehr mit den Hausmitteln in Eigenregie bearbeitet werden können.
Ihre Protokolle sollten Sie dann dem Arzt oder dem Schlafmediziner überlassen, der mit damit eine sehr gute Arbeitsgrundlage hat, und ihnen sehr dankbar ist für diese Vorarbeit. |